Maidan-Putsch am 19. Februar 2014 am Unabhängigkeitsplatz                                                         © https://rebrand.ly/wwggeyp

Von Gerhard Hertenberger

Amerikas Griff nach der Ukraine

Haben westliche Strategen gezielt eine Eskalation des Ukrainekriegs angestrebt, um Russland zu schwächen?

Das Narrativ westlicher Medien zum Ukraine-Krieg ist erstaunlich einheitlich, böse Zungen würden von „gleichgeschaltet“ sprechen: 2014 hätte die „Euromaidan-Demokratiebewegung“ einen korrupten Oligarchen gestürzt („Revolution der Würde“) und eine demokratische Ukraine ermöglicht. Russland bzw. „Putin“ hätten in der Ostukraine Unruhen provoziert, der Einmarsch russischer Truppen Ende Februar 2022 sei ein „unprovozierter Überfall“ gewesen, um die „Sowjetunion“ wieder herzustellen. Unglaublich viele Aspekte dieses komplexen Konflikts werden im westlichen Narrativ bzw. im Kampf um die Informationshoheit verschwiegen oder verfälscht.

Um Drahtzieher der katastrophalen Entwicklung zu identifizieren, sollte man drei wichtige Quellen berücksichtigen: Das geheime Telefonat von Victoria Nuland mit dem Kiewer US-Botschafter Anfang Februar 2014, einen Vortrag des einflussreichen STRATFOR-Gründers George Friedman am 4. Februar 2015 und die Studie „Extending Russia“ des Thinktanks „RAND Corporation“ aus dem Jahr 2019, die im Detail vorschlägt, wie die USA durch Eskalation in der Ukraine eine Schwächung Russlands herbeiführen könnte. Die 12-seitige Kurzfassung hat einen noch schärferen Titel: „Russland überstrapazieren und destabiliseren“ (Overextending and Unbalancing Russia).  

 

Nuland plant eine Wunschregierung für Kiew?

Ukraines Präsident Wiktor Janukowytsch versuchte 2010 bis 2014 eine ausgleichende Politik mit guten Wirtschaftsbeziehungen (bzw. Freihandelszonen) sowohl zu Russland als auch zur EU, was sich aber de facto gegenseitig ausschloss. Militärisch strebte er

IRIS-T auf Rheinmetall-MAN-LKW aus Wien-Liesing                                  ©  Boevaya mashina

Von Gerhard Hertenberger

„Wir machen Österreich zu einem legitimen Angriffsziel“

Kanzler Christian Stocker und Ministerin Klaudia Tanner sind fest entschlossen, einen zweistelligen Milliardenbetrag an Steuergeldern für ein neutralitätswidriges Raketenwaffenprojekt auszugeben, obwohl Nahostkriege zeigen, dass das System nicht funktioniert. Der Nationalrat darf nicht mitentscheiden.

In den Gehirnen der Bundesregierung schaut das Szenario ungefähr so aus: Irgendwo im Osten Österreichs, vielleicht im niederösterreichischen Weinviertel oder nördlich vom Neusiedler See, stehen in einem neu errichteten Sperrgebiet massive fahrbare Abschussanlagen von mehr als vier Meter hohen Raketen des „Mittelstreckentyps“. Jede davon kostet mehrere Millionen Euro, zur Abwehr eines „Drohnenschwarms“ müsste eine sehr große Zahl abgeschossen werden. Wenn es nach dem von ÖVP, NEOS und SPÖ beschlossenen „Regierungsprogramm 2025–2029“ (Seite 92) geht, stehen in benachbarten Sperrgebieten noch wesentlich größere Raketen der Langstreckenvariante mit bis zu 2.400 km Reichweite.

Dieses Projekt namens „European Sky Shield Initiative“ (ESSI) mit Kosten im zweistelligen Milliardenbereich ist Teil eines Aufrüstungs-Netzwerks, das zwar nicht formell der NATO untersteht, jedoch schreibt das Bundesheer auf seiner Webseite explizit: „Die European Sky Shield Initiative ESSI wurde ins Leben gerufen, um den europäischen Pfeiler der NATO-Luftverteidigung gezielt zu stärken.“ Und dieses integrierte Luftverteidigungssystem der NATO (NATINAMDS) wird vom militärischen NATO-Oberbefehlshaber (Supreme Allied Commander Europe, abgekürzt SACEUR, derzeit General Alexus G. Grynkewich) koordiniert. In Österreich hört man von dieser Verknüpfung nichts. Das Bundesheer behauptet auf seiner Webseite unter Punkt 6, dass Raketen anderer Staaten den österreichischen Luftraum nicht nutzen dürfen und auch der Raketenstart eine autonome Entscheidung Österreichs sei.

Nur die Landesverteidigungsakademie spricht Klartext: Im Dokument „Das Europäische Sicherheits- und Verteidigungssystem und seine

Unter anderem in der aktuellen Ausgabe (Nr. 19) Sonderausgabe Russland-Ukraine-Krieg

Wie ukrainische Soldaten in
Mariupol wüteten, die Reportage
von Ulrich Heyden

Wie ein US-Think-Tank den
Ukraine-Krieg geplant hat, die
Recherche von Gerhard Hertenberger

Wie Steuer-Milliarden ohne parlamentarische Kontrolle für „Skyshield“ verbrannt werden, die Recherche von Gerhard Hertenberger

Probelesen

Hier können Sie die erste Ausgabe von Die Krähe vom November 2022 kostenlos durchblättern und lesen.

Copyright 2024